
,,Die Bildungsberaterin half mir sehr, mein Selbstbewusstsein zurückzugewinnen und mich sicher zu fühlen.''
Ich bin im September 2008 zu meinem Verlobten nach Deutschland eingereist, mit sehr schwankenden Hoffnungen als Juristin arbeiten zu können. Ich erwarb 2008 in Russland ein Diplom als Juristin.
Die ersten Erkenntnisse über die Otto Benecke Stiftung habe ich bei dem JMD des Caritasverbandes Osnabrück gewinnen können und nahm im Dezember 2008 Kontakt zu der Bildungsberatungsstelle auf.
Bei der Bildungsberatung erfuhr ich, dass mein Diplom hier nicht anerkannt wird. Aber die Bildungsberaterin motivierte mich, ein erneutes Studium aufzunehmen. Das Beratungszimmer habe ich mit großer Hoffnung und einem guten Gefühl verlassen. Mein großes Problem waren natürlich meine Sprachkenntnisse. Ich habe mich schon in Russland auf die Ausreise vorbereitet und lernte Deutsch. Den Integrationskurs absolvierte ich mit sehr gutem Ergebnis. Aber die Sprachkenntnisse reichten nicht für die Aufnahme des Studiums.
Die Bildungsberaterin informierte mich, dass ich vielleicht einen studienvorbereitenden Sprachkurs bekommen kann.
Die Beraterin stellte für mich einen Antrag beim Bundesjugendministerium, um Aufnahme in die Förderung zu bekommen. Ich musste eine Erklärung über meinen Werdegang schreiben und zusätzlich erfolgreich einen Einstufungstest ablegen. Ich hatte Angst, dass ich den Test nicht bestehe, aber die Beraterin machte mir immer wieder Mut, in dem sie mir sagte, dass sie mir sehr viel zutraue und mich zu dem Test sonst nie vorgeschlagen hätte. Ich legte den Test erfolgreich ab.
Zum Glück wurde positiv über den Antrag entschieden und so durfte ich den Sprachkurs in Hamburg besuchen. Die Bildungsberaterin im Sprachkurs unterstützte mich in meinen Absichten. Dort traf ich Menschen in ähnlicher Situation. Wir haben uns gegenseitig Mut gemacht. Ich habe während des Kurses meine Sprachkenntnisse verbessert. Die Bildungsberaterin half mir sehr, mein Selbstbewusstsein zurückzugewinnen und mich sicher zu fühlen.
Nach dem Sprachkurs war ich 100% entschlossen das Studium aufzunehmen.
Für die Aufnahme des Studiums waren Englischkenntnisse erforderlich. Die Bildungsberaterin riet mir, den 6-monatigen Sprachkurs der Otto Benecke Stiftung zu besuchen.
Nach dem Sprachkurs wollte ich natürlich an meine Ausbildung aus Russland anknüpfen und meine Kenntnisse und Fähigkeiten im rechtswissenschaftlichen Bereich nutzen. Um meine Entscheidung gründlich vorzubereiten, vermittelte die Beraterin mir den Kontakt zu Betriebswirtschafts- und Jurastudenten, die als ehemalige GF-H-Stipendiaten auch diesen Weg gegangen sind. Ich entschied mich für das Studium in der Fachrichtung Wirtschaftsrecht an der Fachhochschule Osnabrück.
Die Beraterin half mir bei der Antragsstellung zur Bewertung des Diploms beim Niedersächsischen Justizministerium und setzte sich telefonisch mit dem zuständigen Mitarbeiter des Ministeriums in Verbindung. Eine fehlerhafte formale Anerkennung hätte meine beruflichen Chancen eingeschränkt und gleichzeitig die Förderung des Studiums erschwert.
Zurzeit studiere ich im zweiten Semester Wirtschaftsrecht an der Hochschule Osnabrück und bin auch als Betreuerstudentin der Otto Benecke Stiftung tätig.
Ohne die kompetente Unterstützung durch die Bildungsberatung hätte ich mein Ziel nie so schnell durch den Dschungel an Behörden, Kursen und Formularen erreichen können.
Elena Neufeld ist jetzt Studentin im Fach Wirtschaftsrecht.