Google Translate

Mit Google Translate kann diese Webseite in andere Sprachen übersetzt werden. Wenn Sie eine Sprache auswählen, rufen Sie Inhalte auf Google-Servern ab. Der Webseitenbetreiber hat keinen Einfluss auf die Verarbeitung Ihrer Daten durch Google. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Daten an Google übermittelt werden, schließen Sie dieses Fenster mit einem Klick auf "X".

Um die Sprachwahl nutzen zu können, müssen Sie zunächst das Laden von externen Komponenten erlauben.

Irina Aleynikova
Irina Aleynikova
Irina A.

,,Von den Behörden würde ich mir mehr Unterstützung für diejenigen wünschen, die sich weiterbilden wollen.''

Meine Familie (mein Mann und unser Kind) und ich sind im November 2005 aus Sankt Petersburg nach Deutschland eingereist. Damals war ich 25 Jahre alt.

Ich habe in Russland einen Hochschulabschluss im Fach Wirtschaftswissenschaften erworben und viele Jahre (auch schon während meines Studiums) Berufserfahrung gesammelt. Bis 2005 habe ich bei einer großen Bank in Sankt Petersburg in
der Wertpapiergeschäftsabwicklung gearbeitet. Ich war dort Abteilungsleiterin. Während meines Studiums und meiner Arbeit habe ich mich auf Wertpapiere und Börsenhandel sowie Depotbankgeschäfte spezialisiert. Als ich nach Deutschland kam konnte ich kaum Deutsch sprechen, da ich in der Schule und an der Uni Englisch gelernt habe.

Ich habe damals gehofft, dass ich nach dem Erlernen der deutschen Sprache meinen Beruf weiter ausüben kann. Deswegen war mein allererstes Ziel, Deutsch zu beherrschen. Leider musste ich damals sechs Monate warten, bis ich den Integrationskurs besuchen durfte.

Meine Freunde, die auch aus Russland kommen und eine akademische Ausbildung haben, haben mir empfohlen, mich gleich bei der Otto Benecke Stiftung e.V. (1) beraten zu lassen, um meinen Berufsweg in Deutschland besser planen zu können. Deswegen habe ich mich gleich bei Frau Ramm von der Bildungsberatung in Kassel beraten lassen und auf sehr freundliche Weise Antworten auf alle meine Fragen bezüglich Sprachkursen, Anerkennung von meinem Diplom und Studium in Deutschland bekommen. Was ich damals sehr nett fand, dass Frau Ramm mich auch auf Englisch beraten konnte, was ich sehr wichtig finde für Ausländer, deren Deutschkenntnisse noch nicht besonders gut sind.

Die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule konnte mir bei meinen Fragen über die Verwertbarkeit meiner Vorbildung sowie in Fragen der Anerkennung meines Diploms sehr weiter helfen.

Ich habe als Otto Benecke Stipendiatin erst einen sechsmonatigen Sprachkurs bis C1-Niveau besucht und dann ein sechsmonatiges Praktikum. Neben sehr guten Deutschkenntnissen, die ich dank sehr professioneller Lehrer und Lehrerinnen erwerben konnte, konnte ich auch viele Tipps sammeln, wie man sich richtig bewerben soll. Die Bildungsberaterin Frau Ramm hat mir bei der Recherche für einen Praktikumsplatz, bei dem ich auch die Aussicht auf Übernahme in eine qualifizierte Arbeit bei einer Bank hatte, geholfen. Sie hat mich auf die Bewerbung vorbereitet und im Verfahren unterstützt. Ich habe ein Praktikum bei der Dresdner Bank in Kassel gemacht und konnte alle Abläufe im Bereich Bankkundengeschäft anschauen. Leider konnte ich nach diesem Praktikum nicht eingestellt werden, da wegen der Finanzkrise viele Stellen abgebaut werden mussten. Die Dresdner Bank wurde an die Commerzbank verkauft. Insgesamt war die Situation, eine Stelle in einer Bank in meiner Spezialisierung zu finden zu dieser Zeit schwierig. Deswegen habe ich mich entschieden weiter zu studieren, um bessere Chancen beim Berufseinstieg in Deutschland zu bekommen.

Ich habe in der Bildungsberatung viele Informationen hinsichtlich der Studienfinanzierung, der Fortsetzung meiner Ausbildung sowie der Auswahl eines geeigneten Studienplatzes erhalten. Meine Kenntnisse der deutschen Sprache waren damals so gut, dass ich die DSH-Prüfung erfolgreich bestanden habe. Und im Jahr 2008 konnte ich mit dem Masterstudium im Fach Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Unternehmensrechnung, Steuerlehre und Controlling sowie Finanzmärkte und Finanzmanagement an der Universität Kassel anfangen.

Da unsere Familie inzwischen ein wenig größer geworden ist, konnte ich mein Studium nicht innerhalb der Regelstudienzeit abschließen. Außerdem sollte ich noch zusätzlich vier Module aus dem Bachelor-Studium nachholen. Deswegen bin ich gerade dabei, mein Studium abzuschließen.

Wenn ich anderen jungen Zuwanderern heute nach deren Ankunft einen Rat geben sollte, wäre das erstens, sich bei Frau Ramm beraten zu lassen und zweitens sich für ein Studium zu entscheiden. Dabei würde ich raten, gründlich über den gewünschten Beruf nachzudenken.

Von den Behörden in Deutschland würde ich mir mehr Unterstützung für diejenigen wünschen, die sich weiterbilden wollen.

Update: Heute, viele Jahre später, blicke ich mit Dankbarkeit und Stolz auf meinen Weg in Deutschland zurück. Mein Studium, das ich erfolgreich mit einem Master of Science im Fach Wirtschaftswissenschaften abschließen konnte, hat mir eine solide Grundlage für meine berufliche Zukunft geschaffen. Aktuell arbeite ich in einer verantwortungs-vollen Position in einem Industrie-unternehmen. Der Übergang in das deutsche Arbeitsumfeld war zunächst herausfordernd, doch ich habe gelernt, mich flexibel anzupassen und die Unternehmenskultur nicht nur zu akzeptieren, sondern aktiv positiv zu gestalten. 

Ich trage unter anderem in meiner Position dazu bei, den Teamgeist und die Lernkultur im Unternehmen zu stärken und alle auftretenden Herausforderungen souverän zu meistern. Die Bildungsberatung GF-H spielte dabei eine zentrale Rolle in meinem beruflichen und persönlichen Werdegang. Ohne die Unterstützung von Frau Ramm hätte ich viele entscheidende Schritte nicht so gezielt und erfolgreich bewältigen können. Die Beratung war nicht nur eine Quelle wertvoller praktischer Hilfestellungen, sondern auch ein wesentlicher Faktor für den Aufbau meines Selbstvertrauens. Sie zeigte mir, wie wichtig und relevant meine bisherigen Erfahrungen und Qualifikationen auch in einem neuen kulturellen Kontext sind.

Rückblickend war die Bildungsberatung eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Sie eröffnete mir Wege, die mich dazu befähigten, meinen Beruf mit Engagement, Verantwortung und Leidenschaft auszuüben. Mein Rat an andere Zuwanderer bleibt: Nutzt die Chancen der Beratung und Bildung in Deutschland. Mit Geduld, Entschlossenheit und Mut könnt ihr euren eigenen Weg finden und erfolgreich gestalten.

Fußnote

(1) Die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule war bis zur Überleitung der Stellen an die Jugendmigrationsdienste Ende 2009 bei der Otto Benecke Stiftung e.V. angesiedel

Privatsphäre-Einstellung

Wir verwenden auf dieser Website Cookies, die für den Betrieb der Website notwendig sind und deshalb auch nicht abgewählt werden können. Wenn Sie wissen möchten, welche Cookies das sind, finden Sie diese einzeln im Datenschutz aufgelistet. Unsere Webseite nutzt weiterhin externe Komponenten, die ggf. Cookies setzen. Durch das Laden externer Komponenten können Daten über Ihr Verhalten von Dritten gesammelt werden, weshalb wir Ihre Zustimmung benötigen. Ohne Ihre Erlaubnis kann es zu Einschränkungen bei Inhalt und Bedienung kommen. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzinformationen.
Notwendige Cookies werden immer geladen