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Irina Eisner
Irina Eisner
Irina Eisner

Auch wenn ich Umwege gehen musste und ein Studium mit Kind nicht gerade einfach ist: Ich freue mich, dass ich endlich an der Uni angekommen bin

Im Dezember 2006 reiste ich nach Deutschland ein, denn ich wollte heiraten!

Ich komme aus Omsk. Dort habe ich nach der Mittelschule eine Fachschule für Buchhaltung besucht. Eigentlich wollte ich studieren, aber mein Freund war schon als Spätaussiedler nach Deutschland gezogen und daher machte es keinen Sinn, noch in Russland mit einem Studium zu beginnen. Ich arbeitete als Buchhalterin. So war ich 22 Jahre alt, als ich dann nach Göttingen kam.

Ich wollte so schnell wie möglich Deutsch lernen, musste aber vier Monate warten, bis in Göttingen ein Kurs begann. In der Zwischenzeit versuchte ich, so gut es ging, mir selbst etwas beizubringen.

Ich dachte, dass ich nach dem Sprachkurs gleich mit dem Studium anfangen könne. Aber beim Studiensekretariat der Uni sagte man mir, dass ich erst das Abitur brauche! Im JobCenter habe ich dann erfahren, dass es in Göttingen eine Bildungsberatungsstelle des Garantiefonds Hochschule gibt, mit deren Hilfe ich das Abitur erreichen kann. In der Bildungsberatungsstelle wurde mir mein Weg zum Studium aufgezeigt: Erst ein Intensivsprachkurs in Hamburg(!), dann zwei Jahre ein Schulbesuch in Göttingen. Ein langer Weg, aber es war die einzige Möglichkeit. Also los…

Zunächst musste ich einen Sprachtest ablegen, dann kam die Einladung zum Intensivsprachkurs in Hamburg. Der Sprachkurs war für mich kostenlos, für ein Zimmer wurde gesorgt und ich erhielt ein Stipendium aus dem Garantiefonds Hochschule. In Hamburg habe ich eine Menge gelernt. Ich habe viele Leute kennengelernt, zu denen ich bis heute Kontakt habe. Zwei davon sind meine besten Freundinnen geworden.

Anschließend kam die Schule, der Sonderlehrgang. Sonderlehrgänge gibt es meist nur einmal pro Bundesland. Ich hatte Glück, denn in Niedersachsen ist diese Schule in Göttingen, genau in der Stadt, in der mein Mann und ich leben.

Nun gab es aber noch ein Problem: Der Sonderlehrgang fängt immer im Mai an, der Sprachkurs in Hamburg dauerte aber bis Juli. Ich wollte nicht noch mehr Zeit verlieren und erst ein Jahr später anfangen.

Es gelang mir, mithilfe der Bildungsberatung einen verspäteten Einstieg in die Schule zu erreichen. Ich begann dann mit dreimonatiger Verspätung mit der Schule. Während dieser Zeit erhielt ich Schüler-BAföG und wieder ein Stipendium. Das war schon ein eigenartiges Gefühl, wieder in die Schule zu gehen. Es war gut, dass ich meine Freundinnen aus dem Sprachkurs auch in Göttingen wieder getroffen habe.

Na, und dann wurde ich schwanger! Ich habe mich riesig gefreut, war aber auch sehr unsicher, wie ich alles mit dem Schulbesuch vereinbaren kann. Zum Glück verlief die Schwangerschaft problemlos und ich konnte den Sonderlehrgang ganz normal besuchen. Als mein Sohn zur Welt kam, bin ich zwei Monate im Mutterschutz zu Hause geblieben. Mein Mann, meine Schwiegermutter und Freunde haben mir sehr bei der Betreuung des Kleinen geholfen.

Das zweite Jahr im Sonderlehrgang war wirklich sehr anstrengend und manchmal habe ich geglaubt, ich schaffe es nicht. Aber ich habe es hingekriegt und mein Abitur - sogar als Jahrgangsbeste - geschafft.

Während der Schulzeit haben wir viele Informationen und Tipps zum Thema Studium von der Bildungsberatung bekommen. Mein Studienwunsch „Betriebswirtschaftslehre“ war eigentlich von vornherein klar, doch die Informationen zur Studienbewerbung, zum BAföG und vielen anderen Dingen haben mir sehr geholfen.

Ich habe an der Universität Göttingen gleich im Wintersemester 2010/11 einen Studienplatz im Fach BWL bekommen. Auch während des Studiums erhalte ich BAföG, da mein Mann eine Ausbildung absolviert. Zum Glück brauche ich keine Studienbeiträge zu zahlen, da ich ein Kind habe.

Das Studium gefällt mir gut, ist aber ganz schön schwierig. Oft fahre ich abends noch einmal zur Uni, um in der Bibliothek in Ruhe lernen zu können.

Auch wenn ich Umwege gehen musste und ein Studium mit Kind nicht gerade einfach ist: Ich freue mich, dass ich endlich an der Uni angekommen bin!

Irina Eisner ist Studentin im Fach Betriebswirtschaftslehre

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