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Ma Ei Ei Maw
Ma Ei Ei Maw
Ma Ei Ei M.

,,Ich wollte unbedingt BWL studieren.''

Mein Name ist Ma Ei Ei Maw. Ich bin 25 Jahre alt. Ich komme aus Myanmar, aus Yangon. Ich habe Englisch an der Yangon Universität studiert und dort einen Bachelor Abschluss gemacht. Neben Englisch hatte ich auch betriebswirtschaftliche Fächer wie Human Ressource Management und Change Management. Nach dem Studium habe ich Buchhaltung gelernt. Ich bin verheiratet.

In 2009 bin ich nach Deutschland geflohen. Nach Deutschland bin ich gekommen, weil mein Mann schon vorher nach Deutschland geflüchtet ist. Hier habe ich dann einen Antrag auf Asyl gestellt und wir wurden beide als Flüchtlinge in Deutschland anerkannt.

Die Bildungsberatung Hochschule ist mir sehr wichtig. Da habe ich viele Informationen über das Studium bekommen. Als Migrantin in Deutschland hatte ich verschiedene Schwierigkeiten auf meinem Bildungsweg. Ich wusste nicht, ob und wo ich meine Zeugnisse anerkennen lassen kann und wie ich mich um einen Studienplatz bewerben muss.

Die Bildungsberatung Hochschule in Frankfurt erarbeitete mit mir die ersten Schritte für die Fortsetzung meiner Ausbildung. Als erstes vermittelte sie mir einen studienvorbereitenden Sprachkurs in Köln. Das C1-Zeugnis, das ich dort erworben habe, ist auch eine Voraussetzung für die DSH Prüfung oder den Test-DaF. Mit der Hilfe der Otto Benecke Stiftung e.V. habe ich den Sprachkurs in Köln problemlos und kostenlos gemacht (z.B. Unterkunft, Lebensunterhalt). Dort gab es auch eine Bildungsberatung GF H, die mich bei der Anerkennung meines Bachelor-Abschlusses und bei der Bewerbung für einen Studienplatz über Uni-assist unterstützt hat. Da mein Studium kein reines Englischstudium war und ich bereits einige betriebswirtschaftliche Fächer hatte, die mir sehr gefallen haben, hatte ich den Wunsch, hier in Deutschland den Schwerpunkt auf Wirtschaft zu legen. Ich wusste allerdings nicht, wie ich das umsetzen sollte. Gemeinsam mit der Bildungsberatung Hochschule kämpfte ich mich dann durch das Bewerbungsverfahren bei Uni-assist.

Mein Bachelor aus Myanmar wurde in Deutschland nicht als Allgemeine Hochschulreife anerkannt und ich wusste dann nicht, ob ich einen Platz im Studienkolleg bekommen kann und was ich weiter machen soll. Ich hatte mich ja über Uni-assist für einen Studienplatz in BWL beworben. Die verlangten von mir einen offiziellen Nachweis von meiner Universität in Myanmar über das dort verwendete Notensystem. Ebenso sollte ich eine offizielle Bestätigung vorlegen, dass mein von mir besuchtes College der University of Yangon zugeordnet ist. Es ist für mich als Flüchtling unmöglich solche Nachweise zu beschaffen. Dafür gibt es politische Gründe.

Ich ging daher wieder zur Bildungsberatung in Frankfurt und besprach diese Probleme mit meinem Bildungsberater. Er erklärte mir, dass in Deutschland keine ausreichenden Kenntnisse über das verwendete Notensystem in Myanmar vorliegen. Deshalb würden alle meine Noten mit der untersten Note (4,0) festgesetzt werden. Damit hatte ich keine Chance, einen Platz im Studienkolleg zu erhalten.

Mein Bildungsberater informierte mich dann über die Möglichkeit, an einem Sonderlehrgang nochmals das Abitur zu machen. Da ich unbedingt BWL studieren möchte und mir der Weg ins Studienkolleg versperrt war, entschied ich mich für den Sonderlehrgang an der Ludwig-Geißler-Schule in Hanau. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Aber in den Beratungsgesprächen wurde mir deutlich, dass es doch der beste Weg ist, um mein Ziel, das BWL-Studium, zu erreichen. Der Lehrgang dauert zwar zwei Jahre, aber ich kann in dieser Zeit mein Wissen vor allem in Mathematik auffrischen und mich gut auf das Studium vorbereiten. Nach dem Abi in 2013 werde ich dann endlich BWL studieren.

Im August 2011 habe ich mit dem Sonderlehrgang angefangen und es gefiel mir dort sehr gut. Die Atmosphäre im Lehrgang ist sehr positiv für Leute, die noch nicht in Deutschland zur Schule gegangen sind.

Seit meinem ersten Besuch im Sonderlehrgang sind heute zwei Jahre vergangen. Ich habe das deutsche Schulsystem kennen gelernt und konnte meine Persönlichkeit weiter entwickeln. Wir wurden von sehr erfahrenen Lehrern unterstützt. Mit Schülern des beruflichen Gymnasiums hatten wir einen „Kombikurs“. Gemeinsam sind wir auf Klassenfahrt nach England gegangen. Ich habe in diesem Jahr mein Abitur erfolgreich abgeschlossen und habe mich an der Universität Frankfurt beworben. Endlich habe ich die Zusage für einen Studienplatz an der Uni bekommen. Davon habe ich jahrelang geträumt. Seit Oktober 2013 studiere ich Wirtschaftswissenschaften. Ich bin sehr dankbar, dass die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule mich unterstützt hat, meinen Traum wahr zu machen.

Frau Ei Ei Maw hat 2013 ihre Abiturprüfungen abgelegt und als Klassenbeste mit der Durchschnittsnote 1,1 abgeschlossen.“
Dr. Heinz Müglich, Bildungsberater GF H in Frankfurt

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