19. Mai 2026
Drei Fragen an Claudia Moll (MdB)
Claudia Moll sitzt seit 2017 für die SPD im Deutschen Bundestag. Dort ist sie aktuell Mitglied im Gesundheits- und im Verteidigungsausschuss, sowie im Ausschuss für Tourismus. Der Garantiefonds Hochschule (GF-H) hat ihr drei Fragen gestellt.

Warum haben Sie sich dazu entschieden in die Politik zu gehen?
Ich bin bereits seit 1998 Mitglied der SPD. 2009 wurde ich Mitglied im Eschweiler Stadtrat, um bei Entscheidungen im Sinne der Stadt mitzuwirken. Für den Bundestag habe ich kandidiert, weil das Thema „Pflege“ mir in den Jahren zuvor immer zu kurz gekommen ist. Nach einem langen Spätdienst war ich auf meinem Nachhauseweg so erschöpft, dass ich sogar anhalten musste. Genau dort an der Raststätte fasste ich den Entschluss, selbst aktiv zu werden, um hier etwas zu verändern. Das erforderte einiges an Durchsetzungsvermögen und einen langen Atem, vor allem, weil mein Weg nicht der einer klassischen Politikerkarriere war.
Sie waren einen großen Teil ihres Berufslebens als Altenpflegerin tätig. Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden und welche Rolle spielen ausländische Fachkräfte in der Pflege und dem medizinischen Bereich aktuell bzw. zukünftig?
Für den Beruf als Altenpflegerin habe ich mich entschieden, da mich besonders die Anatomie des Menschen aber auch der Umgang unserer Gesellschaft mit dem Alter besonders interessiert hat. Während meines Berufslebens habe ich mich dann auch noch zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie weitergebildet. Ich habe schon immer gerne Verantwortung übernommen, und auch heute übernehme ich, wenn es die Zeit zulässt, noch Stationsdienste.
Schon vor vielen Jahren prägten ausländische Fachkräfte die Stationen im Krankenhaus oder Seniorenheim. Es ist keine Übertreibung, wenn ich sage: Ohne sie geht es nicht. Ich bin dankbar und glücklich, dass wir dabei immer sehr gut zusammenarbeiten konnten.
Auch für die Zukunft sind wir als Gesellschaft darauf angewiesen, dass ausländische Fachkräfte, oder Menschen, die hier eine Ausbildung machen möchte (nicht nur in der Pflege), sich entscheiden nach Deutschland zu kommen. Dafür ist es essenziell die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Personen sich hier gut integrieren können und auch wohlfühlen.
Auch viele Ratsuchende, die durch den Garantiefonds Hochschule gefördert wurden, streben ein Medizinstudium in Deutschland an und tragen so dazu bei die Fachkräftelücke zu schließen. Trotz der hohen Bereitschaft von jungen Zugewanderten und Geflüchteten sich in Deutschland zu integrieren und sich ein neues Leben als aktiver Teil der Gesellschaft aufzubauen, werden Förderprogramme für diese Zielgruppe, z.B. der GF-H, in den letzten Jahren politisch immer wieder in Frage gestellt oder sind von Kürzungen betroffen. Warum ist das so?
Programme wie der Garantiefonds Hochschule leisten einen wichtigen Beitrag, sowohl für die individuelle Integration als auch für unsere Gesellschaft insgesamt. Gerade im medizinischen Bereich, aber auch in anderen Bereichen, in denen wir dringend Fachkräfte benötigen, ist es sinnvoll und notwendig, motivierte junge Menschen gezielt zu unterstützen.
Für uns ist dabei klar, dass viele junge Geflüchtete genau auf Unterstützungsmöglichkeiten wie den GF-H angewiesen sind, um hier im Berufsleben Fuß fassen zu können. Für mich steht fest: Wer dauerhaft Integration fordert, darf nicht daran sparen. Knappe Haushaltskassen dürfen nicht dazu führen, dass wichtige Projekte zur Integration Geflüchteter eingestellt werden.
In der Vergangenheit hat sich die SPD-Bundestagsfraktion immer wieder erfolgreich dafür einsetzen können, dass der GF-H weitergeführt werden konnte. So wurden für das Haushaltjahr 2026 rund 17 Millionen Euro für die Arbeit des GF-H zur Verfügung gestellt.